FreeBSD Wochenrückblick – 14. bis 20. April 2026

Eine Übersicht der wichtigsten Entwicklungen, Sicherheitsmeldungen und Diskussionen rund um FreeBSD in der vergangenen Woche.

Release Engineering: 15.1 nähert sich der Slush-Phase

Am 17. April begann die stable/15-Slush-Phase im Vorfeld von FreeBSD 15.1. Der Zeitplan, den Release Engineering Lead Colin Percival bereits im Januar veröffentlicht hat, sieht wie folgt aus:

MeilensteinDatum
Ports Quarterly Branch1. April 2026
stable/15 Slush17. April 2026
doc/ Tree Slush24. April 2026
releng/15.1 Branch1. Mai 2026
BETA11. Mai 2026
BETA28. Mai 2026
BETA315. Mai 2026
RC122. Mai 2026
RELEASE Build29. Mai 2026
RELEASE Ankündigung2. Juni 2026

Percival hatte bereits im Januar angemerkt, dass 15.1 angesichts der Erfahrungen mit 15.0 ein „relativ holpriges“ Minor Release werden könnte, insbesondere wegen weiterer pkgbase-Änderungen. Zeitgleich erreicht stable/13 Ende April sein End-of-Life – die wöchentlichen Snapshot-Builds für diesen Branch werden dann eingestellt.

Sicherheit: SA-26:08 – Kritischer Stack-Overflow in rpcsec_gss

Die wohl bemerkenswerteste sicherheitsrelevante Meldung der letzten Wochen betrifft FreeBSD Security Advisory SA-26:08, das einen Stack-Overflow in svc_rpc_gss_validate() beschreibt. Die Schwachstelle ermöglicht Remote Code Execution und betrifft alle unterstützten FreeBSD-Versionen. Patches sind verfügbar für 15.0-RELEASE-p5 und die 14.x-Serie.

Das besondere an diesem Advisory: Die Schwachstelle wurde von Nicholas Carlini mithilfe von Claude AI (Anthropic) entdeckt und exploitbar gemacht – ein frühes Beispiel dafür, wie KI-gestützte Sicherheitsforschung reale Kernel-Schwachstellen aufdeckt. Der Fix-Commit von Mark Johnston (143293c) behebt den Pufferüberlauf in der GSS-Validierungsroutine.

Q1-2026 Statusbericht veröffentlicht

Die FreeBSD Statusberichte für das erste Quartal 2026 sind nun online, darunter ein Update der Release Engineering Team, das die erfolgreiche Veröffentlichung von 14.4-RELEASE im März und die Planung für 15.1 dokumentiert.

Laptop-Projekt: Community-Testing aufgerufen

Die FreeBSD Foundation hat am 6. April einen Call for Testing für das Laptop Integration Testing Project veröffentlicht. Nach dem Year-One-Update im Februar wurde seit Januar an der Test-Infrastruktur gearbeitet. Nun können Community-Mitglieder ihre Laptops testen:

pkg install python hw-probe
git clone https://github.com/FreeBSDFoundation/freebsd-laptop-testing
cd freebsd-laptop-testing
make

Das Test-Tool erfasst automatisch Hardware-Funktionen und erstellt anonymisierte Berichte, die per Pull Request eingereicht werden. Die Ergebnisse fließen in eine öffentliche Kompatibilitätsmatrix unter freebsdfoundation.github.io/freebsd-laptop-testing.

OpenZFS: Native relatime-Eigenschaft

Am 1. April wurde in OpenZFS die native relatime-Eigenschaft implementiert (Commit 1685849 von @amotin). Relatime (relative atime) aktualisiert die Zugriffszeit einer Datei nur, wenn sie älter ist als die Änderungs- oder Statusänderungszeit. Das reduziert unnötige Schreibzugriffe erheblich – besonders auf SSDs und in Caches – und war bisher nur über Mount-Optionen konfigurierbar. Mit der neuen Eigenschaft kann relatime nun nativ pro Dataset gesetzt werden.

Ports: GNU-ld-Checks entfernt

Brooks Davis hat am 13. April einen umfangreichen Cleanup-Commit (d87609e) in die Ports eingebracht, der alle Überprüfungen entfernt, ob der Basis-Linker GNU ld ist oder nicht. Hintergrund: Seit FreeBSD den LLVM-Linker lld als Standard verwendet, sind diese Checks obsolet geworden. Der Commit betrifft Ports tree-weit zahlreiche Makefiles.

Mailinglisten

IPv6-Only-RA: Wechsel zu RFC 8925 vorgeschlagen

Pouria Mousavizadeh Tehrani hat auf freebsd-current einen Vorschlag eingereicht, die experimentelle Implementierung des IETF-Drafts DRAFT_IETF_6MAN_IPV6ONLY_FLAG zu entfernen und stattdessen RFC 8925 (IPv6-Only-Präferenz über DHCP-Option) zu übernehmen. Die Geschichte dahinter ist interessant: Bjoern Zeeb hatte ursprünglich die Idee, Netzwerke über ein RA-Flag als IPv6-Only zu markieren. Der Draft wurde jedoch verworfen, weil RAs trivial gefälscht werden können – ein Angreifer könnte IPv4-Netzwerke böswillig abschalten. Später reichte Google die gleiche Idee als DHCP-Option ein, was zu RFC 8925 wurde. Pouria bittet um Feedback zur Entfernung der Draft-spezifischen Codepfade aus Kernel und Userland.

Kqueue-Panic: knlist-Assertionen nachgerüstet

Auf freebsd-current wurde ein Kernel-Panic gemeldet: „knote was already on knlist“ nach dem Build main-n284826. Kyle Evans (kevans91) hat daraufhin Assertionen in knlist_add() und knlist_remove_kq() nachgerüstet (Commit 306c904), um solche Fehlerzustände früher und zuverlässiger zu erkennen. Der zugehörige Bugreport (Bug 293382) beschreibt Deadlocks und Abstürze rund um closefp_impl – ein Hinweis darauf, dass das Problem mit dem Schließen von File Descriptoren und der kqueue-Registrierung zusammenhängt.

Infrastructure as Code: Warum Handarbeit auf Servern gefährlich ist

Jeder Systemadministrator kennt den Moment: Man meldet sich auf einem Server an, führt ein paar Befehle aus, ändert eine Konfigurationsdatei, installiert ein Paket. Alles funktioniert. Ein paar Wochen später steht man vor demselben Problem — nur auf einem anderen Server. Und man kann sich nicht mehr erinnern, welche Befehle man ausgeführt hat. Der Server ist ein Schneemann: Er sieht aus wie die anderen, aber unter der Oberfläche ist alles anders.

Infrastructure as Code (IaC) ist die Antwort auf dieses Problem. Und wer als Softwareentwickler und Administrator — wie ich — beide Welten kennt, weiß, dass IaC nicht nur ein Trend ist, sondern eine Notwendigkeit.

Das Problem mit manuellen Servern

Manuelle Administration skaliert nicht. Das ist keine Meinungsfrage, sondern Mathematik. Wenn jeder Server ein Unikat ist, dann ist jeder Server ein Risiko. Wenn ein Server ausfällt und niemand weiß, wie er konfiguriert war, dann ist der Wiederherstellungsprozess ein Glücksspiel.

Die typischen Symptome sind vertraut:

  • Konfigurationsdrift. Server, die identisch sein sollten, unterscheiden sich in subtilen — und manchmal kritischen — Details.
  • Wissensmonopole. Nur eine Person weiß, wie ein bestimmter Server konfiguriert ist. Wenn diese Person krank wird oder geht, ist das Wissen weg.
  • Nicht-reproduzierbare Zustände. Ein Server funktioniert, aber niemand kann erklären, warum. Oder schlimmer: Niemand kann ihn neu aufsetzen.
  • Angst vor Änderungen. Weil niemand weiß, was passieren wird, wenn man etwas ändert, ändert man nichts. Bis man es muss. Und dann ist es zu spät.

Was Infrastructure as Code bedeutet

IaC ist nicht einfach „Skripte schreiben“. Es ist ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie wir über Infrastruktur denken.

Deklarativ statt imperativ. Statt zu beschreiben wie ein Server konfiguriert werden soll („installiere nginx, kopiere die Konfiguration, starte den Dienst“), beschreibt man was der Zustand sein soll („nginx muss installiert sein, die Konfiguration muss diesen Inhalt haben, der Dienst muss laufen“). Der IaC-Workflow kümmert sich um das Wie.

Versioniert. Jede Änderung an der Infrastruktur ist in Git committet. Man kann sehen, wer was wann geändert hat. Man kann zu einem früheren Zustand zurückkehren. Man kann Änderungen über Code-Reviews prüfen lassen.

Reproduzierbar. Wenn ein Server ausfällt, kann er aus der IaC-Definition komplett neu aufgesetzt werden. Wenn ein neuer Server benötigt wird, kann er in Minuten statt Stunden erstellt werden.

Testbar. Bevor eine Änderung auf Produktion geht, kann sie in einer Testumgebung validiert werden. Syntaxfehler, fehlende Abhängigkeiten, inkompatible Konfigurationen — alles wird erkannt, bevor es Schaden anrichtet.

Die Werkzeuge

Die Wahl des Werkzeugs hängt vom Kontext ab. Hier eine Übersicht der etablierten Optionen:

Ansible

Das probably bekannteste IaC-Werkzeug. Ansible ist agentenlos (arbeitet über SSH), verwendet YAML für die Konfiguration und hat eine flache Lernkurve. Für FreeBSD-Administratoren ist es attraktiv, weil es native Module für ZFS, Jails, pkg und andere FreeBSD-Spezifika hat.

- name: ZFS-Dataset für Backup erstellen
  community.general.zfs:
    name: tank/backup
    state: present
    extra_zfs_properties:
      compression: zstd
      atime: off
      mountpoint: /backup

Der Nachteil: Ansible ist langsam bei großen Infrastrukturen und die YAML-Syntax wird bei komplexen Logiken unübersichtlich.

Terraform / OpenTofu

Für Cloud-Infrastrukturen ist Terraform (oder der Open-Source-Fork OpenTofu) der De-facto-Standard. Es verwaltet die Infrastruktur als Ressourcen — Instanzen, Netzwerke, Sicherheitsgruppen, Speicher — und hält den Zustand in einer State-Datei.

resource "aws_instance" "freebsd" {
  ami           = "ami-0xfreebsd15"
  instance_type = "t3.medium"

  tags = {
    Name = "freebsd-prod"
  }
}

Pulumi

Pulumi geht einen anderen Weg: Statt YAML oder HCL verwendet man echte Programmiersprachen — Python, TypeScript, Go. Das erlaubt echte Logik, Schleifen, Bedingungen und Typsicherheit.

import pulumi
import pulumi_command as command

server = command.remote.Command("freebsd-setup",
    connection=command.remote.ConnectionArgs(
        host="10.0.0.1",
        user="root",
    ),
    create="pkg install -y nginx",
)

Für FreeBSD: Besonderheiten

FreeBSD bringt eigene Werkzeuge mit, die in der IaC-Welt eine Sonderrolle einnehmen:

  • Jails sind leichtgewichtige Container, die sich hervorragend mit Ansible oder Shell-Skripten verwalten lassen.
  • ZFS bietet programmierbare Snapshots und Replikation, die sich in IaC-Workflows integrieren lassen.
  • pkgbase (seit FreeBSD 15.0) macht das Basissystem selbst paketierbar und damit IaC-kompatibel.

Der Pfad zur Einführung

IaC lässt sich nicht über Nacht einführen. Aber man kann schrittweise vorgehen:

  1. Bestandsaufnahme. Welche Server gibt es? Welche Konfigurationen? Was ist dokumentiert, was nicht?
  2. Ersten Server codifizieren. Den einfachsten Server nehmen und seine Konfiguration in Ansible (oder ein anderes Werkzeug) übertragen. Das dient als Lernprojekt und als Template.
  3. Neue Server nur noch via IaC. Jeder neue Server wird ausschließlich über Code konfiguriert. Keine manuellen Änderungen mehr.
  4. Bestehende Server migrieren. Nach und nach die manuelle Konfiguration durch IaC-Definitionen ersetzen. Das ist der langwierigste Teil.
  5. CI/CD für Infrastruktur. Änderungen an der IaC-Definition werden automatisch in Testumgebungen deployed, bevor sie auf Produktion gehen.

Die Kultur ändert sich mit

IaC ist nicht nur ein technischer Wechsel, sondern ein kultureller. Plötzlich sind Konfigurationsänderungen sichtbar. Jeder kann sie sehen, kommentieren, zurückrollen. Das ist ungewohnt — besonders für Administratoren.

Aber es ist der richtige Weg. In einer Welt, in der Sicherheitseinheiten täglich nachweisen müssen, welche Konfiguration auf welchem Server zu welchem Zeitpunkt aktiv war, ist manuelle Administration ein Risiko, das man sich nicht mehr leisten kann.

Und für den einzelnen Administrator ist IaC eine Erleichterung: Man muss sich nicht mehr erinnern, was man auf welchem Server gemacht hat. Es steht alles im Git-Repository. Wenn man nicht weiß, wie ein Server konfiguriert ist — man schaut nach. Immer. Zuverlässig. Ohne Ausnahme.

FreeBSD-Wochenrückblick: 6.–13. April 2026

Die Kalenderwoche 15 bringt Bewegung in mehrere Baustellen: Der 15.1-Zeitplan ist offiziell, das Laptop-Projekt ruft zum Community-Test auf, OpenZFS bekommt endlich eine native relatime-Property, und auf freebsd-current wird hitzig über IPv6-only-RA-Flags und einen knote-Panic diskutiert.

FreeBSD 15.1: Zeitplan veröffentlicht, Code Slush am 17. April

Am 3. April verschickten die Release Engineers die offizielle Zeitplan-Erinnerung für FreeBSD 15.1. Die wichtigsten Termine:

MeilensteinGeplant
Code Slush beginnt17. April 2026
releng/15.1-Branch1. Mai
BETA11. Mai
RC122. Mai
RELEASE2. Juni

Der Code Slush startet also noch diese Woche: Ab dem 17. April sollten keine neuen Features mehr in den stable/15-Branch eingefügt werden. Commits sind weiterhin möglich, aber der Fokus verlagert sich auf Stabilität und Bugfixes.

Die Release Notes-Seite existiert bereits und listet die geplanten Neuerungen: KDE-Plasma-6-Installer-Option, verbesserte Realtek-WiFi-Unterstützung (RTW88/RTW89), aktualisierte Grafiktreiber und erweiterte Power-Management-Features.

Was das heißt: Wer noch Änderungen für 15.1 einbringen will, hat noch wenige Tage. Danach geht es in die Beta-Phase.

Laptop-Integration-Testing-Projekt: Aufruf an die Community

Die FreeBSD Foundation hat ein neues Community-Test-Programm ins Leben gerufen: das Laptop Integration Testing Project. LWN berichtete am 6. April darüber.

Die Idee: Die Foundation hat begrenzten Zugang zu Test-Hardware und will die Community einbinden. Freiwillige können FreeBSD auf ihrem Laptop testen und Ergebnisse über ein GitHub-Repository einreichen — ohne sich um Umgebungssetup, Formatierung oder Repo-Details kümmern zu müssen.

Besonders wertvoll: Nicht nur automatisierte Hardware-Erkennung, sondern auch manuelle Kommentare zur persönlichen Erfahrung mit FreeBSD auf dem jeweiligen Gerät. Die Ergebnisse werden in einer öffentlichen Kompatibilitäts-Matrix dargestellt.

Was das heißt: Endlich ein strukturierter Weg, Laptop-Kompatibilität zu dokumentieren. Wer FreeBSD auf einem Laptop nutzt, sollte das Repository besuchen und Ergebnisse einreichen — jeder Eintrag zählt.

Repository: github.com/FreeBSDFoundation/freebsd-laptop-testing

OpenZFS: Native relatime-Property für FreeBSD

Alexander Motin (amotin) hat am 1. April einen lang erwarteten Commit in OpenZFS gemerged: relatime als native ZFS-Property auf FreeBSD.

Bisher mussten FreeBSD-Nutzer, die relatime (relative Access-Time-Updates — atime wird nur geschrieben, wenn sie älter als mtime/ctime ist oder älter als 24 Stunden) nutzen wollten, auf den Mount-Option-Workaround zurückgreifen. Mit dem neuen Commit wird relatime zu einer echten ZFS-Dataset-Eigenschaft, die sich per zfs set relatime=on pool/dataset setzen lässt.

Die Implementierung folgt der Linux-Kernel-Logik: atime wird nur aktualisiert, wenn mindestens eine der Bedingungen erfüllt ist:

  • atime < mtime
  • atime < ctime
  • atime älter als 24 Stunden

Was das heißt: Weniger unnötige ZFS-Writes bei Lesezugriffen, besonders auf SSDs und Laptops. Wer atime=on braucht (z.B. für Maildir oder Backup-Tools), kann jetzt relatime=on setzen und bekommt das Beste aus beiden Welten.

Mailinglisten: IPv6-only-RA-Flag soll weichen

Pouria Mousavizadeh Tehrani hat am 2. April auf freebsd-current einen Vorschlag zur Diskussion gestellt: Die Entfernung der IPv6-only-RA-Draft-Implementierung zugunsten von RFC 8925 (DHCP-basierter Ansatz).

Hintergrund: Bjoern Zeeb hatte eine IPv6-only-Flag-Implementierung als IETF-Draft eingereicht, die auch im FreeBSD-Kernel und Userland vorhanden ist (standardmäßig nicht kompiliert, hinter DRAFT_IETF_6MAN_IPV6ONLY_FLAG). Das Draft wurde jedoch vom IETF aufgegeben, weil RA-Flags trivial fälschbar sind und für Malicious-Disabling von IPv4-Netzwerken missbraucht werden könnten. RFC 8925 verwendet stattdessen eine DHCP-Option, die in der Praxis durch DHCP Snooping besser geschützt ist.

Pouria bittet um Zustimmung, die Draft-spezifischen Codepfade zu entfernen und auf RFC 8925 zu migrieren. Bjoern ist cc’d, und die Diskussion läuft.

Was das heißt: Wer die experimentelle IPv6-only-RA-Flag nutzt, sollte auf RFC 8925 umsteigen. Die Code-Bereinigung ist ein guter Schritt — weniger tote Pfade im Kernel.

Mailinglisten: knote-Panic und etcupdate-Verlangsamung

Zwei aktuelle Probleme auf freebsd-current:

knote-Panic: Nach Commit d9d7b5948649 (main-n284826) tritt bei einigen Nutzern ein Panic auf: "knote ... was already on knlist...". Konstantin Belousov und Kyle Evans arbeiten an der Diagnose. Der Bug (Bugzilla #293382) betrifft closefp_impl und kann zu Deadlocks und Kernel-Crashes führen. Betroffen sind -CURRENT-Nutzer nach dem 2. April.

etcupdate doppelt so langsam: Bob Prohaska berichtet, dass etcupdate auf armv7 (Raspberry Pi 2) mittlerweile doppelt so lange dauert wie früher. Die Diskussion mit Dimitry Andric und Mark Millard legt nahe, dass die Ursache in der pkgbase-Umstellung und der veränderten Dateistruktur liegt — etcupdate muss mehr Dateien prozessieren.

Was das heißt: -CURRENT-Nutzer sollten den knote-Bug im Blick behalten. Auf armv7-Systemen lohnt es sich, etcupdate-Alternativen wie mergemaster zu evaluieren, bis das Problem behoben ist.

Ports: Chromium 146 und Security-Updates

Die Ports-Collection hat in dieser Woche mehrere Updates erhalten:

  • Chromium 146.0.7680.177 (1. April, René Nagy) — aktuelles Major-Release
  • Zuvor: Chromium 146.0.7680.164 mit VuXML-Eintrag für Sicherheitslücken in Versionen < 146.0.7680.164
  • Chromium 30. März: Revert eines Upstream-Commits, der das Datei-Dialog-Verhalten auf FreeBSD kaputtgemacht hatte

Die kontinuierlichen Chromium-Updates zeigen, dass die FreeBSD-Ports-Maintainer aktiv sind — aber auch, dass Upstream-Commits regelmäßig FreeBSD-spezifische Regressionen verursachen.

Neuer Committer: Kenneth Raplee

Am 4. April wurde Kenneth Raplee (kenrap@FreeBSD.org) als neuer Ports-Committer angekündigt. Willkommen im Projekt!

Ausblick auf die kommende Woche

  • 17. April: Code Slush für 15.1 beginnt — letzte Chance für Feature-Commits
  • Der knote-Bug in -CURRENT braucht einen Fix
  • Die IPv6-only-RA-Diskussion könnte zu einem Commit führen
  • Das Laptop-Testing-Projekt hofft auf erste Community-Ergebnisse

FreeBSD Änderungen der letzten Woche – 4. April 2026

Übersicht

Diese Woche gab es wichtige Security Updates und interessante Entwicklungen im FreeBSD-Ökosystem. Hier sind die Highlights der letzten 7 Tage.

Wichtige Security Advisories

FreeBSD-SA-26:09.pf – PF Firewall Regelproblem

Datum: 26. März 2026
Betroffen: FreeBSD 14.x, 15.0
Schweregrad: Hoch

Problem: Die pf Firewall ignoriert bestimmte Regeln stillschweigend, was zu unbeabsichtigten Netzwerkzugriffen führen kann.

Lösung:

  • Patches für stable und release branches verfügbar
  • Upgrade via pkg upgrade oder freebsd-update
  • Workaround: Regeln mit Tables oder Labels umschreiben

CVE: CVE-2026-4652

FreeBSD-SA-26:07.nvmf – NVMe over Fabrics Problem

Datum: 25. März 2026
Betroffen: FreeBSD 15.0
Schweregrad: Mittel

Problem: Sicherheitslücke im NVMe over Fabrics Subsystem.

Behoben:

    1. März 2026 01:29 UTC (stable/15)
    1. März 2026 01:11 UTC (releng/15.0)

FreeBSD 14.4-RELEASE – Aktueller Status

FreeBSD 14.4 wurde am 10. März 2026 veröffentlicht und ist die fünfte Version des stable/14 Branch. Wichtige Neuerungen:

Hauptfeatures

  • OpenSSH 10.0p2 mit hybridem Post-Quantum-Algorithmus mlkem768x25519-sha256
  • OpenZFS 2.2.9 mit verbesserter Performance und Stabilität
  • Bessere cloud-init und nuageinit Kompatibilität
  • Neues p9fs(4) für Dateisystem-Sharing zwischen Host und bhyve-Gästen
  • Verbesserte Manpages und Dokumentationswerkzeuge

Support Zeitraum

FreeBSD 14.4 wird bis zum 31. Dezember 2026 unterstützt.

Ports und Packages Updates

pkgsrc-2026Q1 Branch

Der neue Quarterly Branch für pkgsrc wurde am 27. März angekündigt:

  • Aktualisierte Software-Pakete
  • Sicherheitsupdates
  • Verbesserte Abhängigkeitsauflösung

Wichtige Package-Updates

  • OpenSSL 3.5: Mehrere Security-Fixes
  • PostgreSQL 17: Performance-Verbesserungen
  • Python 3.12: Neue Features und Optimierungen
  • pkg 2.6.2_1: Verbesserte Package-Verwaltung

Entwicklung und Community

Google Summer of Code 2026

FreeBSD und NetBSD wurden für Google Summer of Code 2026 ausgewählt. Studenten können an verschiedenen Projekten arbeiten:

  • Kernel-Entwicklung
  • Tooling-Verbesserungen
  • Dokumentation

Release Schedule Änderungen

FreeBSD hat den Release-Zyklus angepasst:

  • Quarterly Releases: Alle 3 Monate
  • Biennial Releases: Alle 2 Jahre (Langzeit-Support)
  • Ziel: Bessere Sicherheit und einfachere Wartung

Systemadministration

Wichtige Befehle diese Woche

# PF Fix anwenden
freebsd-update fetch
freebsd-update install

# Oder via pkg
pkg upgrade

# ZFS Performance Monitoring
zpool iostat -v 1
zfs get all tank

Monitoring Empfehlungen

  • PF Rules überprüfen: pfctl -s rules
  • NVMe Status: nvmecontrol devlist
  • Security Updates: Regelmäßig freebsd-update ausführen

Sicherheitshinweise

BSI Warnungen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Updates zu folgenden FreeBSD-Sicherheitslücken veröffentlicht:

  • Lokale Schwachstellen in Jail-Implementierung
  • PF Firewall Regelumgehung
  • NVMe over Fabrics Probleme

Internationale Warnungen

  • Canadian Centre for Cyber Security: AV26-179 Advisory
  • DFN-CERT-2026-0689: Zwei lokale Schwachstellen

Ausblick nächste Woche

  • Weitere Updates für FreeBSD 15.0
  • Mögliche neue Security Advisories
  • Vorbereitungen für Google Summer of Code
  • Weitere Anpassungen am Release Schedule

Ressourcen

  • FreeBSD Security Advisories: https://www.freebsd.org/security/advisories/
  • FreeBSD Mailing Lists: https://lists.freebsd.org/
  • BSDSec Security Announcements: https://bsdsec.net/
  • FreeBSD Release Notes: https://www.freebsd.org/releases/14.4R/relnotes/

Ausführlicher Vergleich der BSD-Familie: FreeBSD, OpenBSD, NetBSD und DragonFlyBSD

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung und Geschichte
  2. Philosophie, Entwicklungsmodell und Lizenzierung
  3. Typische Einsatzszenarien – Wo welches BSD am besten passt
  4. Kernarchitektur im Detail
  1. Derivate, Spezialdistributionen und Ökosystem
  2. Pro‑ und Contra‑Tabellen – Schnellvergleich
  3. Entscheidungshilfe – Welches BSD ist das Richtige für mein Projekt?
  4. Zukünftige Entwicklungen und Roadmaps
  5. Quellen, weiterführende Literatur und Community‑Links

Einleitung und Geschichte

Die BSD‑Familie hat ihre Wurzeln in der Berkeley Software Distribution (BSD), die 1977 von der University of California, Berkeley, als Weiterentwicklung des frühen UNIX‑Systems veröffentlicht wurde. Die ersten öffentlichen BSD‑Versionen (1.0 – 4.3) legten das Fundament für den heute bekannten TCP/IP‑Protokoll‑Stack, der damals noch ein Forschungsexperiment war, heute aber das Rückgrat des Internets bildet.

Im Laufe der 1990er‑Jahre spaltete sich das Projekt in mehrere unabhängige Richtungen:

  • FreeBSD (gegründet 1993) fokussierte sich schnell auf Performance, Stabilität und eine umfangreiche Ports‑Sammlung für Drittsoftware.
  • OpenBSD (ab 1995) verfolgte das Ziel, ein so sicher wie möglich zu sein. Der Name selbst stammt von der Kombination aus „Open“ und „BSD“ und betont Transparenz.
  • NetBSD (1993) wählte den Pfad der Portabilität – das berühmte Motto „runs on anything“ stammt von NetBSD und spiegelt die Unterstützung von über 50 Prozessorarchitekturen wider.
  • DragonFlyBSD (2003) entstand aus einem Fork von FreeBSD 4.8, weil einige Entwickler mit der Entwicklungsgeschwindigkeit und den SMP‑Architekturen unzufrieden waren. Das Ergebnis: ein System, das stark auf Multi‑Core‑Skalierung und ein eigenes Dateisystem HAMMER2 setzt.

Diese unterschiedlichen Wurzeln bestimmen bis heute die Design‑Entscheidungen, das Community‑Verhalten und die Einsatzbereiche der einzelnen Betriebssysteme.

Philosophie, Entwicklungsmodell und Lizenzierung

ProjektZielsetzungEntwicklungsmodellLizenzierung
FreeBSDHoch‑performante Server‑ und Desktop‑PlattformZentralisiertes Kernteam, Commit‑Access über Core‑Team; offene Ports‑Tree-Pflege durch freiwillige MaintainerBSD‑Lizenz (2‑Clause) + CDDL für ZFS (Kompatibilitäts‑Ausnahme)
OpenBSDSicherheit über alles, Code‑Qualität, AuditsKleine, sehr konservative Entwicklergemeinschaft; Ein‑Person‑Commit‑Policy; jede Änderung wird auditiertBSD‑Lizenz (ähnlich der 2‑Clause); kein CDDL, alles rein Open‑Source
NetBSDPortabilität, Sauberkeit des Codes, Unterstützung exotischer HWDezentralisiert, Git‑basiertes Repository; pkgsrc (Quellpaket‑System) wird separat gepflegtBSD‑Lizenz (2‑Clause) – keine zusätzlichen Einschränkungen
DragonFlyBSDSkalierbare SMP‑Leistung, moderne DateisystemeKleines, fokussiertes Kernteam, schnelle Release‑Zyklen (alle 6‑8 Wochen)BSD‑Lizenz (2‑Clause)

Die Lizenzierung ist ein wichtiger Faktor für Unternehmen. FreeBSD enthält den CDDL‑Teil für ZFS, was in manchen Unternehmens‑Compliance‑Szenarien zu Diskussionen führt. OpenBSD, NetBSD und DragonFlyBSD verwenden ausschließlich die klassische BSD‑Lizenz, was ihre Nutzung in proprietären Projekten vereinfacht.

Typische Einsatzszenarien – Wo welches BSD am besten passt

Web‑ und Datenbank‑Server

FreeBSD ist dank ZFS‑Integration, Jails und einer ausgereiften TCP‑Stack‑Optimierung (z. B. TCP‑Fast‑Open, RACK‑Algorithmus) die erste Wahl für große Web‑Farmen. Unternehmen wie Netflix, Yahoo! und GitHub betreiben Teile ihrer Infrastruktur auf FreeBSD. OpenBSD wird eher für sicherheitskritische Front‑Ends eingesetzt, wo die Angriffsfläche minimal sein soll – beispielsweise als Reverse‑Proxy mit pf und httpd.

NetBSD wird selten in klassischen Web‑Umgebungen eingesetzt, findet aber in Embedded‑Gateways (Router, IoT‑Edge‑Devices) Verwendung, weil es auf ARM‑ und MIPS‑Boards läuft. DragonFlyBSD ist besonders attraktiv für Rechenzentren, die hohe Kernzahlen nutzen – das HAMMER2‑Dateisystem bietet native Deduplizierung, was Speicher‑Kosten senkt.

Firewall‑ und Router‑Appliance

pf wurde ursprünglich von OpenBSD entwickelt und später nach FreeBSD portiert. Heute ist pfSense (FreeBSD) und OPNsense (FreeBSD) die führenden Open‑Source‑Firewalls – sie bauen auf pf auf, bieten eine Web‑UI, Plugins für VPN, Captive‑Portal und IDS/IPS. OpenBSD selbst kann dank pf und spamd ebenfalls als reine Firewall dienen, wird aber seltener als eigenständige Appliance eingesetzt, weil es kein integriertes Web‑Frontend hat.

Embedded / IoT

NetBSD ist das klar dominante BSD‑Projekt für Embedded‑Systeme: Es läuft auf Raspberry Pi, BeagleBoard, MIPS‑Router, PowerPC‑Systemen und sogar auf Spielkonsolen. Die Clean‑room‑Entwicklung sorgt für stabile, deterministische Builds, die in der Industrie geschätzt werden. FreeBSD hat ebenfalls ARM‑Support, aber das Footprint ist größer, weshalb es primär in NAS‑Geräten (z. B. TrueNAS) verwendet wird.

Desktop / Workstation

FreeBSD selbst ist nicht primär für Desktop‑Nutzer gedacht, aber Projekte wie GhostBSD und MidnightBSD bieten fertig vorkonfigurierte Desktop‑Umgebungen (GNOME/KDE) mit ein‑Klick‑Installern. NetBSDs NomadBSD ist ein Live‑USB‑System, das persistent bleiben kann. DragonFlyBSD nutzt ebenfalls einen Desktop‑Installer, ist aber stärker auf Server‑Anwendungen ausgerichtet.

Storage‑Appliances und NAS

ZFS‑Integration macht FreeBSD zum bevorzugten Kernel für TrueNAS CORE (ehemals FreeNAS). Dort werden Snapshots, Replikation und RAID‑Z professionell verwaltet. DragonFlyBSD bietet HAMMER2, das ebenfalls Copy‑on‑Write, Snapshots und Deduplizierung unterstützt – ideal für Backup‑Server, die große Datenmengen deduplizieren wollen.

Kernarchitektur im Detail

Dateisysteme und Speicherverwaltung

  1. FreeBSD – ZFS
  • ZFS ist ein Copy‑on‑Write‑Dateisystem, das Datenintegrität durch Checksummen gewährleistet. Es unterstützt Kompression, Deduplizierung, scrubbing und end‑to‑end‑Encryption. In FreeBSD ist ZFS seit Version 9.0 integral und kann als Root‑Dateisystem verwendet werden. Das Zpool‑Modell erlaubt das Kombinieren unterschiedlicher physischer Laufwerke zu einem logischen Speicher‑Pool.
  • Lizenz: ZFS stammt aus dem CDDL‑Open‑Source‑Projekt von Sun/Oracle, das mit der BSD‑Lizenz nicht kompatibel ist – deshalb existiert eine separate Lizenz‑Ausnahme in FreeBSD.
  1. OpenBSD – FFS + Soft‑crypto
  • Das Fast File System (FFS), auch als UFS bekannt, ist das traditionelle BSD‑Dateisystem. OpenBSD hat keine native ZFS‑Unterstützung, jedoch gibt es experimentelle Ports. Für Verschlüsselung nutzt OpenBSD soft‑crypto, ein Kernel‑Framework, das Block‑Device‑Verschlüsselung auf Ebene des Dateisystems ermöglicht (z. B. bioctl -c C für GELI‑Verschlüsselung).
  1. NetBSD – WAPBL und FFS
  • NetBSD verwendet ebenfalls FFS. Das WAPBL (Write‑Ahead‑Physical‑Logging) ist ein leichtgewichtiges Journal, das nur Metadaten‑Updates protokolliert, wodurch ein gutes Gleichgewicht zwischen Performance und Datenintegrität entsteht.
  1. DragonFlyBSD – HAMMER2
  • HAMMER2 ist ein eigens entwickeltes Dateisystem, das Copy‑on‑Write, Snapshots, Deduplizierung und Cluster‑Level‑Mirroring (via hammer2 cluster) unterstützt. Es ist hoch skalierbar und besonders gut für Systeme mit vielen CPU‑Kernen und großen Datenmengen geeignet. Im Vergleich zu ZFS fehlt jedoch die breite Dritt‑Tool‑Unterstützung (z. B. zpool‑Utility).

Netzwerk‑Stack und Sicherheitsfeatures

  • FreeBSD: Der Netzwerk‑Stack ist für hohe Durchsatzraten optimiert (TCP‑Fast‑Open, RACK‑Congestion‑Control). ipfw ist das traditionelle Firewall‑Framework, aber seit FreeBSD 12 gibt es auch pf, das aus OpenBSD stammt. Das bpf-Subsystem (Berkeley Packet Filter) ermöglicht sehr effizientes Packet‑Capturing, das in Intrusion‑Detection‑Systemen genutzt wird.
  • OpenBSD: Der pf‑Firewall‑Engine ist das Herzstück. OpenBSD legt extremen Wert auf Code‑Reviews, Memory‑Safety (z. B. ProPolice, Stack‑Canaries) und Standard‑Hardenings (z. B. sysctl‑Defaults, disable_ipv6, login.conf). OpenBSD ist das Referenzsystem für PF, OpenSSH und LibreSSL, die in vielen anderen Projekten wiederverwendet werden.
  • NetBSD: Unterstützt sowohl ipfilter, ipfw als auch pf (via Port). Der Netzwerk‑Stack ist sehr portabel – das macht NetBSD attraktiv für kleine Router‑Boards.
  • DragonFlyBSD: Hat ebenfalls pf integriert, nutzt aber zusätzlich das Vimage/-Vkernel‑Framework für leichte Isolation von Netzwerk‑Namespaces. Der Netzwerk‑Stack ist nicht ganz so umfangreich wie bei FreeBSD, dafür aber sehr sauber implementiert.

Virtualisierung, Container und Isolationstechniken

SystemContainer‑LösungHypervisorBesonderheiten
FreeBSDJails – OS‑Level‑Container mit eigenen IP‑Stacks, Dateisystem‑Views und Ressourcengrenzen (via rctl).bhyve – moderner Hypervisor, unterstützt VirtIO‑Devices, UEFI‑Boot und KVM‑Kompatibilität.runjail ermöglicht Docker‑Kompatibilität; vmm-Modul für KVM‑Beschleunigung.
OpenBSDKeines (kein jails‑Äquivalent)vmm – leichtgewichtiger Hypervisor, unterstützt KVM‑Kompatibilität.Fokus liegt auf Sicherheit, daher kein Container‑Framework eingebaut.
NetBSDKeines (kein jails‑Äquivalent)Xen, bhyve, hyper‑v (via hv‑Modul).Sehr breite Unterstützung, jedoch weniger gebündelte Tools.
DragonFlyBSDVkernel – leichtgewichtige, eigenständige Kernel‑Instanz für Isolation (ähnlich zu jails aber mit weniger Overhead).Vkernel ist ideal für Micro‑VMs und Container‑ähnliche Workloads.

Durch die Kombination aus Jails (FreeBSD) und pf (OpenBSD) können Administratoren sehr feinkörnige Sicherheits‑ und Isolation‑Modelle bauen, die sowohl Performance als auch Härtung liefern.

Derivate, Spezialdistributionen und Ökosystem

DerivatBasis‑BSDZielgruppeBesondere Merkmale
GhostBSDFreeBSDDesktop‑Nutzer (GNOME/KDE)Ein‑Klick‑Installer, automatische ZFS‑Root‑Einrichtung, verschlüsselte Benutzer‑Home.
MidnightBSDFreeBSDDesktop & Server‑Einsteigermidnightbsd-install, grafischer Installer, eigene Paketverwaltung (pkgsrc‑basiert).
TrueNAS COREFreeBSDNAS‑ApplianceVollwertige ZFS‑Verwaltung, Web‑UI, VM‑Support, Replikation, Lizenz: CDDL (ZFS) + BSD.
pfSenseFreeBSDFirewall / RouterUmfangreiche Plugins (OpenVPN, IPsec, Captive‑Portal), Web‑UI, kommerzielle Support‑Optionen.
OPNsenseFreeBSDModerne Firewall‑ApplianceModerne Angular‑UI, IDS/IPS (Suricata), Let’s Encrypt‑Integration, regelmäßige Security‑Updates.
NomadBSDNetBSDLive‑USB + Persistent StorageEinfaches Live‑System, persistente Änderungen, kleine Image‑Größe.
OpenBSD‑based ToolsOpenBSDSicherheitstoolsOpenSSH, OpenBGPD, OpenNTPD, LibreSSL, häufig in anderen Distributionen eingebettet.
DragonFlyBSD‑BobDragonFlyBSDServer‑SkalierungMinimalistisches System, fokussiert auf HAMMER2‑Performance, geringer Overhead.

Durch das breite Derivat‑Ökosystem kann ein Unternehmen das für den jeweiligen Anwendungsfall passende Betriebssystem wählen, ohne tief in die Grund‑BSD‑Distribution einsteigen zu müssen.

Pro‑ und Contra‑Tabellen – Schnellvergleich

FreeBSD

ProContra
Riesige Ports‑Datenbank (≈30 k Pakete)Größerer Footprint – weniger geeignet für ressourcenarme Embedded‑Geräte
Native ZFS‑Integration (Snapshots, Dedupl., Verschlüsselung)Lizenz‑Komplexität (BSD + CDDL) kann in Unternehmen zu Compliance‑Fragen führen
Jails – leichte OS‑Container + Ressourcen‑LimitsJails bieten nicht die gleiche Flexibilität wie Docker‑Container (z. B. keine Overlay‑FS)
Sehr gute Netzwerk‑Performance, pf und ipfw verfügbarTeilweise veraltete Netzwerk‑Features im Vergleich zu Linux‑eigenen Technologien

OpenBSD

ProContra
Höchste Sicherheit (Code‑Audits, securebydefault, minimaler Attack‑Surface)Eingeschränkte Treiberunterstützung, besonders bei neuer Hardware
pf‑Firewall‑Engine, die als Referenz giltKein nativer ZFS‑Support (experimentell)
Kleine, kohärente Code‑Basis – einfach zu auditierenKleine Ports‑Sammlung, selteneres Software‑Portfolio
Integrierte Sicherheits‑Tools (OpenSSH, LibreSSL, OpenBGPD)Fokus auf Sicherheit kann zu Lasten von Performance‑Optimierungen führen

NetBSD

ProContra
Laufzeit auf über 50 Architekturen – ideal für Embedded & ForschungsprojekteKleinere Community, weniger kommerzielle Unterstützung
WAPBL‑Journal für geringes Overhead‑LoggingKein nativer ZFS (nur via Ports)
Saubere, modulare Kernel‑Architektur (leicht zu patchen)Fehlende vorgefertigte Server‑Features (z. B. Jails, pf als Standard)
Starke pkgsrc‑Paketverwaltung – plattformübergreifendDokumentation teils lückenhaft, besonders für Anfänger

DragonFlyBSD

ProContra
HAMMER2 – modernes Copy‑on‑Write‑Dateisystem mit Dedupl. und Snapshots
Vkernel – leichtgewichtige Isolation, ideal für Micro‑VMs
Fokus auf SMP‑Skalierung – gut für Server mit vielen Kernen
Schnelle Release‑Zyklen, aktive Entwicklung
Kleinere Community, weniger kommerzielle Unterstützung
HAMMER2 ist weniger verbreitet als ZFS – geringere Tool‑Unterstützung

Entscheidungshilfe – Welches BSD ist das Richtige für mein Projekt?

AnforderungEmpfohlenes BSDBegründung
Maximale Sicherheit (Firewall, Kryptographie, Audits)OpenBSDpf‑Engine, LibreSSL, OpenSSH‑Audits, securebydefault‑Einstellungen
Enterprise‑Storage (ZFS, Snapshots, Replikation)FreeBSD (bzw. TrueNAS CORE)Native ZFS‑Integration, ausgereifte Verwaltungstools, breite Community
Breite Hardware‑Unterstützung (IoT, ARM, MIPS, SPARC)NetBSDUnterstützt über 50 Architekturen, Clean‑room‑Entwicklung, geringes Footprint
Skalierbare SMP‑Server (viele Kerne, Dedupl.)DragonFlyBSDHAMMER2‑Dedupl., Vkernel‑Isolation, exzellente SMP‑Performance
Desktop‑Erlebnis (Desktop‑Environment, Plug‑and‑Play)GhostBSD (FreeBSD) oder MidnightBSDFertige Installer, vorinstallierte GNOME/KDE, einfacher Paket‑Manager
Firewall‑AppliancepfSense / OPNsense (beide FreeBSD‑basiert)Web‑UI, umfangreiche Plugin‑Bibliothek, kommerzieller Support
NAS / Speicher‑ApplianceTrueNAS CORE (FreeBSD)ZFS‑Management, Web‑Interface, Replikation, VM‑Support
Entwicklung / ForschungNetBSDPortabilität, pkgsrc für plattformübergreifende Pakete

Berücksichtigen Sie zusätzlich Community‑Aktivität, Verfügbarkeit von Paketen (Ports vs. pkg), Lizenz‑Konformität und Unterstützungsoptionen (Mailing‑Liste, Issue‑Tracker, kommerzielle Anbieter).

Zukünftige Entwicklungen und Roadmaps

  • FreeBSD 15.x – Weiterentwicklung des ZFS‑Stacks (z. B. ZFS 2.2 mit Verbesserungen bei Scrubbing und Compression), Unterstützung von GPU‑Pass‑Through für bhyve, engere Integration in Kubernetes via csi‑freebsd.
  • OpenBSD 7.9 – Verbesserungen am pf‑Engine (z. B. stateful‑inspection Optimierungen), Einführung von Trusted Execution Environments (TEE), erweiterte Hardware‑Root‑of‑Trust‑Mechanismen.
  • NetBSD 10 – Fokus auf RISC‑V‑Unterstützung (neue Toolchains, Device‑Tree‑Support), pkgsrc‑Erweiterungen für Container‑Orchestrierung (Docker‑Kompatibilität), Modernisierung der Netz‑Stack‑Bibliotheken.
  • DragonFlyBSD 6 – Finalisierung und Stabilisierung von HAMMER2, neue Vkernel‑Features (z. B. Namespace‑Isolation, cgroups‑ähnliche Ressourcen‑Limits), Integration von ZFS‑Ports für Hybrid‑Lösungen.
  • Derivate: TrueNAS SCALE (Debian‑basiert) entsteht als Konkurrenz zum FreeBSD‑basierten CORE, während pfSense 2.8 führt eBPF‑Unterstützung ein, um modernere Packet‑Processing‑Pipelines zu ermöglichen.

Quellen, weiterführende Literatur und Community‑Links

  • FreeBSD Project – Offizielle Dokumentation: https://www.freebsd.org/docs/
  • OpenBSD Project – Ziele & Sicherheit: https://www.openbsd.org/faq/faq4.html
  • NetBSD Project – Plattform‑Übersicht: https://www.netbsd.org/ports/
  • DragonFlyBSD – HAMMER2‑Dokumentation: https://www.dragonflybsd.org/docs/hammer2/
  • pfSense – Dokumentation & Release‑Notes: https://docs.pfsense.org/
  • OPNsense – Features & Roadmap: https://opnsense.org/
  • TrueNAS – ZFS‑Management: https://www.truenas.com/
  • GhostBSD – Desktop‑Projekt: https://ghostbsd.org/
  • MidnightBSD – Release‑Notes: https://midnightbsd.org/
  • NomadBSD – Live‑USB System: https://nomadbsd.org/
  • NetBSD – WAPBL & FFS: https://netbsd.org/docs/technical/
  • OpenBSD – pf‑Manpage: https://man.openbsd.org/pf.conf
  • FreeBSD – Jails‑Handbuch: https://docs.freebsd.org/en/books/handbook/jails/
  • DragonFlyBSD – Vkernel‑Übersicht: https://www.dragonflybsd.org/docs/vkernel/

CENMATE Festplattengehäuse als Erweiterung für meinen Server

Mein Hauptserver, den ich mit FreeBSD (15) betreibe, hat acht Bays. Die sind bereits voller SAS- bzw. Nearline-SAS-Festplatten. Ich hatte aber noch drei 4TB große SSDs, die ich gerne für Virtualisierung nutzen wollte, da mir die NL-Platten zu langsam sind.

Nach langem Überlegen und Herumprobieren habe ich dann die externen Gehäuse von CENMATE entdeckt. Ich wollte mir zuerst das mit 10 Bays kaufen, doch das gab es im ganzen Internet nicht. Dann las ich, dass viele andere Menschen Probleme mit den Geräten an Desktop-Systemen haben, da Festplatten immer wieder „verschwinden“ würden. Also dachte ich mir, bevor ich so viel Geld ausgebe, hole ich mir das Gerät mit drei Bays für gut 100 Euro und probiere einmal herum. Ich hatte mir bereits vorher extra eine zusätzliche USB-3-PCIe-Karte gekauft und eingebaut, die gut funktioniert.

CENMATE Festplattengehäuse mit drei Bays.
CENMATE Festplattengehäuse mit drei Bays.

Ich habe das Gerät jetzt seit zwei Wochen und bisher funktioniert es super. Ich habe meine drei SSDs mit 2,5″-auf-3,5″-Adaptern eingesteckt und fahre ein verschlüsseltes RAIDz darauf (ZFS + RAID-5). Die Performance ist in Ordnung, könnte aber besser sein. Richtige Messwerte habe ich nicht, ich kann aber gleichzeitig etliche VMs (getestet mit zehn, davon zwei mit Windows) drauf laufen lassen und es lässt sich gut damit arbeiten. Einen einfachen Schreibtest habe ich mit dd gemacht, da kam ich auf gut 220MB/s. Wäre ausbaubar, denn die Platten schaffen mehr, aber vielleicht schaue ich mir das Problem irgendwann noch genauer an. Bisher bin ich auch so erst einmal zufrieden, da alles stabil läuft.

Warum ich FreeBSD statt Linux auf Servern einsetze

Wenn es um Server-Betriebssysteme geht, denken viele zuerst an Linux. Das ist nachvollziehbar: Linux ist weit verbreitet, hat eine große Community und wird von vielen Unternehmen eingesetzt.

Trotzdem arbeite ich seit vielen Jahren bevorzugt mit FreeBSD. Angefangen habe ich damit ungefähr zur Zeit von FreeBSD 4 – und seitdem ist es für viele meiner Server die erste Wahl geblieben.

Warum eigentlich?

Die kurze Antwort: FreeBSD wirkt für mich wie ein durchdachtes Gesamtsystem, während sich viele Linux-Installationen eher wie eine Sammlung einzelner Komponenten anfühlen.

Die längere Antwort folgt hier.

Ein Betriebssystem statt vieler Einzelteile

Ein grundlegender Unterschied zwischen Linux und FreeBSD ist die Struktur des Systems.

Bei Linux besteht eine Distribution meist aus vielen Komponenten verschiedener Projekte:

  • Kernel
  • GNU-Tools
  • Init-System
  • Paketmanager
  • zusätzliche Werkzeuge

Das funktioniert gut, führt aber manchmal zu Inkonsistenzen.

FreeBSD verfolgt einen anderen Ansatz: Das Basissystem wird als einheitliches Betriebssystem entwickelt und gepflegt.

Kernel, Systemwerkzeuge und viele zentrale Komponenten gehören zusammen. Dadurch wirkt das System sehr konsistent – sowohl in der Konfiguration als auch in der Dokumentation.

Gerade bei langfristig betriebenen Servern ist das ein großer Vorteil.

Vorhersagbarkeit im Betrieb

Ein wichtiger Punkt für mich ist Vorhersagbarkeit.

Server sollen möglichst langweilig sein: Sie sollen stabil laufen, sich nachvollziehbar konfigurieren lassen und keine Überraschungen produzieren. Ähnlich wie ein Flugzeug.

Viele meiner FreeBSD-Systeme laufen über lange Zeiträume sehr unauffällig. Updates sind in der Regel gut planbar, und das Verhalten des Systems bleibt konsistent.

Das ist besonders dann wertvoll, wenn ein System über Jahre betrieben wird.

ZFS als integraler Bestandteil

Ein weiterer großer Vorteil ist die enge Integration von ZFS.

ZFS bietet Funktionen, die im Alltag enorm hilfreich sind:

  • Snapshots
  • einfache Backups
  • Datenintegrität
  • flexible Storage-Strukturen

Gerade bei Servern mit vielen Daten oder virtuellen Systemen macht das einen großen Unterschied.

Viele meiner Systeme nutzen ZFS als Grundlage für Storage und Backups. Das ermöglicht sehr robuste und wartbare Setups.

Jails: leichtgewichtige Isolation

FreeBSD bietet mit Jails eine sehr elegante Möglichkeit, Dienste voneinander zu isolieren.

Im Gegensatz zu vollständigen virtuellen Maschinen sind Jails sehr leichtgewichtig. Dienste lassen sich getrennt betreiben, ohne dass jede Anwendung ein eigenes Betriebssystem benötigt.

Das hat mehrere Vorteile:

  • geringerer Ressourcenverbrauch
  • klare Trennung von Diensten
  • einfache Verwaltung

Für viele Server-Szenarien ist das ein sehr praktischer Ansatz.

Gute Werkzeuge und klare Struktur

Ein weiterer Punkt, den ich an FreeBSD schätze, ist die klare Struktur des Systems.

Dazu gehören beispielsweise:

  • das klassische rc-System zur Dienstverwaltung
  • ein konsistentes Konfigurationsmodell
  • das Paketmanagement mit pkg
  • sehr gute Manpages und Dokumentation

Gerade wenn man Systeme länger betreibt oder später wieder nachvollziehen muss, was einmal eingerichtet wurde, zahlt sich diese Klarheit aus.

Praxis statt Theorie

Ich nutze FreeBSD nicht nur gelegentlich, sondern betreibe damit seit vielen Jahren verschiedene Systeme.

Darunter Server mit:

  • Webdiensten
  • Datenbanken
  • DNS, DHCP und NTP
  • NFS, Samba, Apple-Talk (netatalk), iSCSI
  • verschiedenen Anwendungen in Jails
  • Bhyve als Virtualisierer, um auch Linux-Instanzen laufen zu lassen

Teilweise auch mit komplexeren Storage-Konfigurationen und mehreren virtuellen Systemen.

Diese Erfahrungen aus dem Alltag sind der Hauptgrund, warum ich FreeBSD weiterhin gerne einsetze.

Fazit

Linux ist ein sehr gutes Betriebssystem und für viele Szenarien eine sinnvolle Wahl.

Für meine eigenen Server greife ich trotzdem häufig zu FreeBSD.

Die Gründe dafür sind vor allem:

  • ein konsistentes Gesamtsystem
  • stabile und vorhersehbare Server
  • integrierte Technologien wie ZFS
  • elegante Isolation mit Jails
  • klare Struktur und gute Dokumentation

Gerade für langfristig betriebene Infrastruktur hat sich FreeBSD für mich immer wieder als sehr zuverlässige Plattform erwiesen.

Bhyve: can’t find ‚/boot/entropy‘ und can’t find ‚/etc/hostid‘ beim Virtualisieren von FreeBSD

Ich hatte jetzt auf älteren MicroServern von HP das Problem, dass FreeBSD nach dem Bootloader in Bhyve stoppte:

  _____              ____ ____  ____     ___           _        _ _
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 | |_ | '__/ _ \/ _ \  _ \___ \| | | |   | || '_ \/ __| __/ _` | | |/ _ \ '__|
 |  _|| | |  __/  __/ |_) |__) | |_| |   | || | | \__ \ || (_| | | |  __/ |
 |_|  |_|  \___|\___|____/____/|____/   |___|_| |_|___/\__\__,_|_|_|\___|_|



 +-------- Welcome to FreeBSD ----------+     ```                        `
 |                                      |    s` `.....---.......--.```   -/
 |  1. Boot Installer [Enter]           |    +o   .--`         /y:`      +.
 |  2. Boot Single user                 |     yo`:.            :o      `+-
 |  3. Escape to loader prompt          |      y/               -/`   -o/
 |  4. Reboot                           |     .-                  ::/sy+:.
 |  5. Cons: Serial                     |     /                     `--  /
 |                                      |    `:                          :`
 |  Kernel:                             |    `:                          :`
 |  6. kernel (1 of 1)                  |     /                          /
 |                                      |     .-                        -.
 |  Options:                            |      --                      -.
 |  7. Boot Options                     |       `:`                  `:`
 |                                      |         .--             `--.
 +--------------------------------------+            .---.....----.-
   Autoboot in 2 seconds. [Space] to pause
Loading kernel...
/boot/kernel/kernel text=0x1865e8 text=0xdbf5d4 text=0x4474db data=0x180+0xe80 data=0x1972e0+0x468d20 0x8+0x1949a0+0x8+0x1b90eb\
Loading configured modules...
can't find '/boot/entropy'
can't find '/etc/hostid'

Der Prozessor ist ein „Intel(R) Celeron(R) CPU G1610T @ 2.30GHz“. FreeBSD ist 15.0p2 und 15.0p3. Gelöst werden konnte das Problem mit folgender Zeile in der /boot/loader.conf:

vm.pmap.la57=“0″

Nach einem Neustart funktioniert dann die Virtualisierung.

Quelle: https://bugs.freebsd.org/bugzilla/show_bug.cgi?id=291768https://www.freebsd.org/security/advisories/FreeBSD-EN-22:07.la57.asc

Nachtrag vom 13.03.2026

Wie ich festgestellt habe, kam bei mir der Fehler auch, wenn ich bei der Installation auf mehr als eine CPU konfigurierte. Wenn ich die Installation durchführen wollte, habe ich in der Konfiguration jetzt einfach auf eine zugewiesene CPU gestellt und danach wieder erhöht.

Der neue Server mit FreeBSD (15.0-RELEASE)

Über die letzten 15 Jahre habe ich HP MicroServer als Home-Server eingesetzt. Ich hatte immer zwei mit FreeBSD (einen Main- und einen Backup-Server) sowie meist noch einen mit Windows, um dort Windows-Software auszuführen, der aber auch nicht permanent lief, sondern nur, wenn er gebraucht wurde.

In meinem letzten Hauptserver liefen vier vier Terrabyte große SATA-Festplatten im RAIDz1, also letztlich eine Art RAID-5 in Software. Das Ganze lief stabil und gut, aber meine heutigen Ansprüche waren viel zu langsam. Neben etlichen Jails mit etlichen Diensten (Web, Datenbanken, DHCP, NTP, DNS, Samba, NFS, uvm.) liefen auch zwei Minecraft-Server darauf und, gelinde gesagt, machte es einfach keinen Spaß mehr.

Etwas Neues musste her. Diesmal wollte ich keinen HP MicroServer mehr, da ich verschiedene Festplattenkombinationen wollte, um mehr Speed zu bekommen. Er sollte vernünftig virtualisieren können. Er sollte auch eine Möglichkeit haben, SAS-Festplatten mit Near-Line-SAS-Festplatten und SATA-Festplatten und -SSDs mischen zu können.

Dell PowerEdge T330

Aufgrund dessen, dass der Server für einen Privathaushalt ist, aber dennoch wichtig, speichert er immerhin wichtige Dokumente, ist für Entertainment da und auch zum Entwickeln von Software, entschied ich mich für eine gebrauchte Maschine, allerdings von einem Händler. Bei ServerShop24 entschied ich mich für einen Dell PowerEdge T330.

Meine Vorteile:

  • Die Maschine ist einfach zu öffnen und zu erweitern
  • Man kann, out of the box, 8 3,5″ HDDs reinstöpseln
  • SAS und SATA sind problemfrei mischbar (bei meiner Konfiguration).
  • FreeBSD läuft problemfrei drauf.

Meine Nachteile:

  • Dell (bäh).
  • FreeBSD bietet keine integrierte Lüftersteuerung, die muss man selbst bauen, was aber nicht so schwer ist – ansonsten drehen die Lüfter auf Vollgas und das macht keinen Spaß.
  • Sehr groß (eigentlich ist es mir egal).

Das ganze Ding hat 64GB RAM. Genug, für die ganzen Dienste, Jails, Virtualisierung von Windows 11. Ich habe zwei 300GB SAS HDDs für das Betriebssystem und Software drin (ZFS Mirror, gmirror für SWAP), 4 3TB NL-SAS HDDs (raidz-1) für das Datengrab und zwei SATA-SSDs für Virtualisierung und Minecraft (ZFS Mirror). Das System ist verschlüsselt.

Zusätzlich habe ich für ein paar Euros einen SD-Card-RAID-Controller gekauft, der zwei SD-Cards aufnimmt und die miteinander synchron hält. Darauf sichere ich immer wieder Systemdateien als Backup. Das ist aber eher eine Spielerei.

Weiterhin habe ich eine Netzwerkkarte mit vier Ports verbaut, mit der ich den Server mehrfach via LACP ans Netzwerk anbinden kann. So hat bspw. die Windows-VM ein eigenes Netzwerkinterface. Auch habe ich noch ein zweites (Redundanz) Netzteil eingebaut.

Hier liegen dann noch Ersatzplatten herum. Alles zusammen schätze ich, dass der Server „nur“ um die 1.200 Euro gekostet hat.

Das Gerät läuft jetzt hier seit mindestens einem halben Jahr durchgängig mit FreeBSD und völlig problemfrei. Nächtliche Backups gehen auf einen weiteren Home-Server sowie auf meinen Online-Server.

Bisher kann ich das System empfehlen, warten wir aber mal ab, wie es in zwei Jahren aussieht.

KooKooK: App für neurodivergente Menschen als Testballon

Vor einiger Zeit wollte ich mich mit QML näher auseinandersetzen und suchte nach einer Projektidee. Als Domain hatte ich noch „kookook.org“ bei mir registriert und dachte, dass ich einfach damit was mache. Bei der Projektidee ging es, allen voran, darum, dass ich mich mit dieser Technik auseinandersetzen und mich vor allem auf mobile Plattformen (iOS, Android) konzentrieren wollte.

Ich habe mich entschieden, an einer App für neurodivergente Menschen zu arbeiten, um ein Ziel vor Augen zu haben. Herausgekommen ist jetzt eine kleine App, mit der man seine Stimmungen und Reize tracken kann. Das Programm kann noch nicht viel, aber vielleicht interessiert es jemanden.

Hier sind ein paar Screenshots:

Es gibt auch eine Android-Version, die ist im Google Play Store allerdings noch nicht freigegeben, da ich dafür erst 12 Tester benötige und mir dazu gerade die Zeit fehlt. Wer Lust hat: Gerne per E-Mail an mich, ich schalte die Version dann frei.

Die App ist kostenlos und benötigt keine Internetverbindung.