CENMATE Festplattengehäuse als Erweiterung für meinen Server

Mein Hauptserver, den ich mit FreeBSD (15) betreibe, hat acht Bays. Die sind bereits voller SAS- bzw. Nearline-SAS-Festplatten. Ich hatte aber noch drei 4TB große SSDs, die ich gerne für Virtualisierung nutzen wollte, da mir die NL-Platten zu langsam sind.

Nach langem Überlegen und Herumprobieren habe ich dann die externen Gehäuse von CENMATE entdeckt. Ich wollte mir zuerst das mit 10 Bays kaufen, doch das gab es im ganzen Internet nicht. Dann las ich, dass viele andere Menschen Probleme mit den Geräten an Desktop-Systemen haben, da Festplatten immer wieder „verschwinden“ würden. Also dachte ich mir, bevor ich so viel Geld ausgebe, hole ich mir das Gerät mit drei Bays für gut 100 Euro und probiere einmal herum. Ich hatte mir bereits vorher extra eine zusätzliche USB-3-PCIe-Karte gekauft und eingebaut, die gut funktioniert.

CENMATE Festplattengehäuse mit drei Bays.
CENMATE Festplattengehäuse mit drei Bays.

Ich habe das Gerät jetzt seit zwei Wochen und bisher funktioniert es super. Ich habe meine drei SSDs mit 2,5″-auf-3,5″-Adaptern eingesteckt und fahre ein verschlüsseltes RAIDz darauf (ZFS + RAID-5). Die Performance ist in Ordnung, könnte aber besser sein. Richtige Messwerte habe ich nicht, ich kann aber gleichzeitig etliche VMs (getestet mit zehn, davon zwei mit Windows) drauf laufen lassen und es lässt sich gut damit arbeiten. Einen einfachen Schreibtest habe ich mit dd gemacht, da kam ich auf gut 220MB/s. Wäre ausbaubar, denn die Platten schaffen mehr, aber vielleicht schaue ich mir das Problem irgendwann noch genauer an. Bisher bin ich auch so erst einmal zufrieden, da alles stabil läuft.

Warum ich FreeBSD statt Linux auf Servern einsetze

Wenn es um Server-Betriebssysteme geht, denken viele zuerst an Linux. Das ist nachvollziehbar: Linux ist weit verbreitet, hat eine große Community und wird von vielen Unternehmen eingesetzt.

Trotzdem arbeite ich seit vielen Jahren bevorzugt mit FreeBSD. Angefangen habe ich damit ungefähr zur Zeit von FreeBSD 4 – und seitdem ist es für viele meiner Server die erste Wahl geblieben.

Warum eigentlich?

Die kurze Antwort: FreeBSD wirkt für mich wie ein durchdachtes Gesamtsystem, während sich viele Linux-Installationen eher wie eine Sammlung einzelner Komponenten anfühlen.

Die längere Antwort folgt hier.

Ein Betriebssystem statt vieler Einzelteile

Ein grundlegender Unterschied zwischen Linux und FreeBSD ist die Struktur des Systems.

Bei Linux besteht eine Distribution meist aus vielen Komponenten verschiedener Projekte:

  • Kernel
  • GNU-Tools
  • Init-System
  • Paketmanager
  • zusätzliche Werkzeuge

Das funktioniert gut, führt aber manchmal zu Inkonsistenzen.

FreeBSD verfolgt einen anderen Ansatz: Das Basissystem wird als einheitliches Betriebssystem entwickelt und gepflegt.

Kernel, Systemwerkzeuge und viele zentrale Komponenten gehören zusammen. Dadurch wirkt das System sehr konsistent – sowohl in der Konfiguration als auch in der Dokumentation.

Gerade bei langfristig betriebenen Servern ist das ein großer Vorteil.

Vorhersagbarkeit im Betrieb

Ein wichtiger Punkt für mich ist Vorhersagbarkeit.

Server sollen möglichst langweilig sein: Sie sollen stabil laufen, sich nachvollziehbar konfigurieren lassen und keine Überraschungen produzieren. Ähnlich wie ein Flugzeug.

Viele meiner FreeBSD-Systeme laufen über lange Zeiträume sehr unauffällig. Updates sind in der Regel gut planbar, und das Verhalten des Systems bleibt konsistent.

Das ist besonders dann wertvoll, wenn ein System über Jahre betrieben wird.

ZFS als integraler Bestandteil

Ein weiterer großer Vorteil ist die enge Integration von ZFS.

ZFS bietet Funktionen, die im Alltag enorm hilfreich sind:

  • Snapshots
  • einfache Backups
  • Datenintegrität
  • flexible Storage-Strukturen

Gerade bei Servern mit vielen Daten oder virtuellen Systemen macht das einen großen Unterschied.

Viele meiner Systeme nutzen ZFS als Grundlage für Storage und Backups. Das ermöglicht sehr robuste und wartbare Setups.

Jails: leichtgewichtige Isolation

FreeBSD bietet mit Jails eine sehr elegante Möglichkeit, Dienste voneinander zu isolieren.

Im Gegensatz zu vollständigen virtuellen Maschinen sind Jails sehr leichtgewichtig. Dienste lassen sich getrennt betreiben, ohne dass jede Anwendung ein eigenes Betriebssystem benötigt.

Das hat mehrere Vorteile:

  • geringerer Ressourcenverbrauch
  • klare Trennung von Diensten
  • einfache Verwaltung

Für viele Server-Szenarien ist das ein sehr praktischer Ansatz.

Gute Werkzeuge und klare Struktur

Ein weiterer Punkt, den ich an FreeBSD schätze, ist die klare Struktur des Systems.

Dazu gehören beispielsweise:

  • das klassische rc-System zur Dienstverwaltung
  • ein konsistentes Konfigurationsmodell
  • das Paketmanagement mit pkg
  • sehr gute Manpages und Dokumentation

Gerade wenn man Systeme länger betreibt oder später wieder nachvollziehen muss, was einmal eingerichtet wurde, zahlt sich diese Klarheit aus.

Praxis statt Theorie

Ich nutze FreeBSD nicht nur gelegentlich, sondern betreibe damit seit vielen Jahren verschiedene Systeme.

Darunter Server mit:

  • Webdiensten
  • Datenbanken
  • DNS, DHCP und NTP
  • NFS, Samba, Apple-Talk (netatalk), iSCSI
  • verschiedenen Anwendungen in Jails
  • Bhyve als Virtualisierer, um auch Linux-Instanzen laufen zu lassen

Teilweise auch mit komplexeren Storage-Konfigurationen und mehreren virtuellen Systemen.

Diese Erfahrungen aus dem Alltag sind der Hauptgrund, warum ich FreeBSD weiterhin gerne einsetze.

Fazit

Linux ist ein sehr gutes Betriebssystem und für viele Szenarien eine sinnvolle Wahl.

Für meine eigenen Server greife ich trotzdem häufig zu FreeBSD.

Die Gründe dafür sind vor allem:

  • ein konsistentes Gesamtsystem
  • stabile und vorhersehbare Server
  • integrierte Technologien wie ZFS
  • elegante Isolation mit Jails
  • klare Struktur und gute Dokumentation

Gerade für langfristig betriebene Infrastruktur hat sich FreeBSD für mich immer wieder als sehr zuverlässige Plattform erwiesen.

Bhyve: can’t find ‚/boot/entropy‘ und can’t find ‚/etc/hostid‘ beim Virtualisieren von FreeBSD

Ich hatte jetzt auf älteren MicroServern von HP das Problem, dass FreeBSD nach dem Bootloader in Bhyve stoppte:

  _____              ____ ____  ____     ___           _        _ _
 |  ___| __ ___  ___| __ ) ___||  _ \   |_ _|_ __  ___| |_ __ _| | | ___ _ __
 | |_ | '__/ _ \/ _ \  _ \___ \| | | |   | || '_ \/ __| __/ _` | | |/ _ \ '__|
 |  _|| | |  __/  __/ |_) |__) | |_| |   | || | | \__ \ || (_| | | |  __/ |
 |_|  |_|  \___|\___|____/____/|____/   |___|_| |_|___/\__\__,_|_|_|\___|_|



 +-------- Welcome to FreeBSD ----------+     ```                        `
 |                                      |    s` `.....---.......--.```   -/
 |  1. Boot Installer [Enter]           |    +o   .--`         /y:`      +.
 |  2. Boot Single user                 |     yo`:.            :o      `+-
 |  3. Escape to loader prompt          |      y/               -/`   -o/
 |  4. Reboot                           |     .-                  ::/sy+:.
 |  5. Cons: Serial                     |     /                     `--  /
 |                                      |    `:                          :`
 |  Kernel:                             |    `:                          :`
 |  6. kernel (1 of 1)                  |     /                          /
 |                                      |     .-                        -.
 |  Options:                            |      --                      -.
 |  7. Boot Options                     |       `:`                  `:`
 |                                      |         .--             `--.
 +--------------------------------------+            .---.....----.-
   Autoboot in 2 seconds. [Space] to pause
Loading kernel...
/boot/kernel/kernel text=0x1865e8 text=0xdbf5d4 text=0x4474db data=0x180+0xe80 data=0x1972e0+0x468d20 0x8+0x1949a0+0x8+0x1b90eb\
Loading configured modules...
can't find '/boot/entropy'
can't find '/etc/hostid'

Der Prozessor ist ein „Intel(R) Celeron(R) CPU G1610T @ 2.30GHz“. FreeBSD ist 15.0p2 und 15.0p3. Gelöst werden konnte das Problem mit folgender Zeile in der /boot/loader.conf:

vm.pmap.la57=“0″

Nach einem Neustart funktioniert dann die Virtualisierung.

Quelle: https://bugs.freebsd.org/bugzilla/show_bug.cgi?id=291768https://www.freebsd.org/security/advisories/FreeBSD-EN-22:07.la57.asc

Der neue Server mit FreeBSD (15.0-RELEASE)

Über die letzten 15 Jahre habe ich HP MicroServer als Home-Server eingesetzt. Ich hatte immer zwei mit FreeBSD (einen Main- und einen Backup-Server) sowie meist noch einen mit Windows, um dort Windows-Software auszuführen, der aber auch nicht permanent lief, sondern nur, wenn er gebraucht wurde.

In meinem letzten Hauptserver liefen vier vier Terrabyte große SATA-Festplatten im RAIDz1, also letztlich eine Art RAID-5 in Software. Das Ganze lief stabil und gut, aber meine heutigen Ansprüche waren viel zu langsam. Neben etlichen Jails mit etlichen Diensten (Web, Datenbanken, DHCP, NTP, DNS, Samba, NFS, uvm.) liefen auch zwei Minecraft-Server darauf und, gelinde gesagt, machte es einfach keinen Spaß mehr.

Etwas Neues musste her. Diesmal wollte ich keinen HP MicroServer mehr, da ich verschiedene Festplattenkombinationen wollte, um mehr Speed zu bekommen. Er sollte vernünftig virtualisieren können. Er sollte auch eine Möglichkeit haben, SAS-Festplatten mit Near-Line-SAS-Festplatten und SATA-Festplatten und -SSDs mischen zu können.

Dell PowerEdge T330

Aufgrund dessen, dass der Server für einen Privathaushalt ist, aber dennoch wichtig, speichert er immerhin wichtige Dokumente, ist für Entertainment da und auch zum Entwickeln von Software, entschied ich mich für eine gebrauchte Maschine, allerdings von einem Händler. Bei ServerShop24 entschied ich mich für einen Dell PowerEdge T330.

Meine Vorteile:

  • Die Maschine ist einfach zu öffnen und zu erweitern
  • Man kann, out of the box, 8 3,5″ HDDs reinstöpseln
  • SAS und SATA sind problemfrei mischbar (bei meiner Konfiguration).
  • FreeBSD läuft problemfrei drauf.

Meine Nachteile:

  • Dell (bäh).
  • FreeBSD bietet keine integrierte Lüftersteuerung, die muss man selbst bauen, was aber nicht so schwer ist – ansonsten drehen die Lüfter auf Vollgas und das macht keinen Spaß.
  • Sehr groß (eigentlich ist es mir egal).

Das ganze Ding hat 64GB RAM. Genug, für die ganzen Dienste, Jails, Virtualisierung von Windows 11. Ich habe zwei 300GB SAS HDDs für das Betriebssystem und Software drin (ZFS Mirror, gmirror für SWAP), 4 3TB NL-SAS HDDs (raidz-1) für das Datengrab und zwei SATA-SSDs für Virtualisierung und Minecraft (ZFS Mirror). Das System ist verschlüsselt.

Zusätzlich habe ich für ein paar Euros einen SD-Card-RAID-Controller gekauft, der zwei SD-Cards aufnimmt und die miteinander synchron hält. Darauf sichere ich immer wieder Systemdateien als Backup. Das ist aber eher eine Spielerei.

Weiterhin habe ich eine Netzwerkkarte mit vier Ports verbaut, mit der ich den Server mehrfach via LACP ans Netzwerk anbinden kann. So hat bspw. die Windows-VM ein eigenes Netzwerkinterface. Auch habe ich noch ein zweites (Redundanz) Netzteil eingebaut.

Hier liegen dann noch Ersatzplatten herum. Alles zusammen schätze ich, dass der Server „nur“ um die 1.200 Euro gekostet hat.

Das Gerät läuft jetzt hier seit mindestens einem halben Jahr durchgängig mit FreeBSD und völlig problemfrei. Nächtliche Backups gehen auf einen weiteren Home-Server sowie auf meinen Online-Server.

Bisher kann ich das System empfehlen, warten wir aber mal ab, wie es in zwei Jahren aussieht.

KooKooK: App für neurodivergente Menschen als Testballon

Vor einiger Zeit wollte ich mich mit QML näher auseinandersetzen und suchte nach einer Projektidee. Als Domain hatte ich noch „kookook.org“ bei mir registriert und dachte, dass ich einfach damit was mache. Bei der Projektidee ging es, allen voran, darum, dass ich mich mit dieser Technik auseinandersetzen und mich vor allem auf mobile Plattformen (iOS, Android) konzentrieren wollte.

Ich habe mich entschieden, an einer App für neurodivergente Menschen zu arbeiten, um ein Ziel vor Augen zu haben. Herausgekommen ist jetzt eine kleine App, mit der man seine Stimmungen und Reize tracken kann. Das Programm kann noch nicht viel, aber vielleicht interessiert es jemanden.

Hier sind ein paar Screenshots:

Es gibt auch eine Android-Version, die ist im Google Play Store allerdings noch nicht freigegeben, da ich dafür erst 12 Tester benötige und mir dazu gerade die Zeit fehlt. Wer Lust hat: Gerne per E-Mail an mich, ich schalte die Version dann frei.

Die App ist kostenlos und benötigt keine Internetverbindung.

Neues macOS auf altem, nicht mehr unterstützten Macs: OpenCore Legacy Patcher

Vor einigen Jahren hatte ich mein altes MacBook Pro 16″ aus Ende 2013 meinem Sohn vererbt, da ich mir ein neues MacBookPro 16″ 2019 mit einem i9 gekauft hatte und dieses nicht mehr brauchte. Problem war, dass darauf kein aktuelles macOS mehr installierbar war.

Da ich mir jetzt ein neues MacBook Pro 14″ M5 gekauft habe und mein altes meinem Sohn vererbt hatte, bekam ich das Gerät aus 2013 zurück. Die Frage war jetzt: Was mache ich damit? Ich dachte mir, mit diesem alten macOS kann und will man nichts mehr anfangen und ich könnte mal den OpenCore Legacy Patcher ausprobieren, mit dem sich ein neueres macOS auf einem alten, nicht mehr von Apple unterstützten Mac installieren lässt. Natürlich ohne Support und weitere Online-Patches, aber die bekomme ich beim alten macOS ja auch nicht mehr.

Kurz um: Ich habe den Schritt gewagt und macOS Seqouia 15.7.2 installiert. Ich bin äußerst verwundert, wie gut das Gerät mit dem macOS läuft. Es reagiert schnell und ist voll benutzbar (bisher). Auch die ganze Software, die ich bisher benutzte, funktioniert einwandfrei. Ich bin sehr überrascht. Für bsplw. meine Tochter ist das Gerät damit noch voll nutzbar.

xrdp läuft zur Zeit recht stabil auf FreeBSD

Nur eine kleine Empfehlung. Immer wieder habe ich mir xrdp auf FreeBSD angesehen. Bisher empfand ich es als unbrauchbar, da es alles andere als stabil funktionierte und teils auch nicht startete.

Seit einer Weile funktioniert xrdp hervorragend.

FreeBSD-Desktop Xfce auf xrdp unter FreeBSD 14.2

xrdp stellt eine RDP-Session her. Damit kann man einen entfernten Computer via a nutzen, ähnlich zu RDP unter Windows. Auf dem oberen Bild kann man das sehen. Hier läuft auf einem Host ein FreeBSD 14.2, worunter ein Jail mit FreeBSD 14.2 läuft, auf dem xrdp installiert ist. Darin wird dann ein Xfce ausgeführt. Seit gut drei oder vier Monaten läuft es problemfrei.

Auf macOS nutze ich Jump Desktop, um auf den xrdp-Desktop zuzugreifen. Ich hatte auch Windows App ausprobiert, hier ist aber das Problem, dass ich es nie geschafft habe, ein deutsches Tastaturlayout zu übertragen. Mit Jump Desktop, welches leider kostenpflichtig ist, ist dies problemlos möglich.

Jump Desktop Hauptfenster

Ich kann das bisher sehr empfehlen, wenn man kein FreeBSD auf seinem Computer installieren will, sondern eine zentrale Installation nutzen möchte, auf der sich auch verschiedene Nutzer gleichzeit einloggen möchten.

Gebrauchte Macs an Apple-Account gebunden

Vielleicht hilft das dem ein oder anderen. Ich habe 2023 gebraucht ein MacBook Pro 16″ (BJ 2019) als Zweitgerät auf Kleinanzeigen gekauft. Zwei Jahre lang hatte ich das in Benutzung, jetzt übergab ich es, aufgrund eines neuen Hardwarekaufs, an meinen Sohn. Also Programme, die er nicht braucht, gelöscht, Account angelegt und meinen Account gelöscht. So weit, so gut. Er hatte das Gerät jetzt gut eine Woche in Benutzung und forderte mich gestern, am 13.11.2025 auf, ihm nochmal das WLAN-Passwort zu geben, denn sein Mac sei irgendwie abgestürzt.

Ich sah mir das Gerät direkt einmal an und er hatte recht: Es versuchte, in den Internet-Recovery-Modus zu booten. Mir fiel dann ein, dass beim Erstellen vom Account meines Sohns irgendeine Apple-ID angezeigt wurde, die vom Vorbesitzer war. Anscheinend ist dieser informiert worden, dass da an seinem alten Mac gearbeitet wird. Er hat dann – so wie es aussieht – den Mac aus der Ferne vollständig gelöscht.

Zusätzlich bin ich nicht mehr in der Lage, den Mac überhaupt noch zu nutzen, da dieser via Apple-ID des Vorbesitzers entsperrt werden muss. Ich habe ihm einen Brief geschrieben (ich habe nur noch die Adresse und hoffe, er wohnt da noch) und darum gebeten, den Mac aus seinem Account zu entfernen. Wenn er das nicht macht, habe ich nur rechtliche Möglichkeiten, das zu verlangen, die aber wiederrum mit Aufwand und ggf. Kosten einhergehen. Ansonsten ist das Gerät nicht mehr als ein teurer Briefbeschwerer.

Mein Sohn ist natürlich enttäuscht und traurig. Ich hoffe, dass der Vorbesitzer noch einlenkt und alles wieder gut wird.

Also: Denkt beim Verkauf von Apple-Geräten daran, sie aus euren Accounts freizugeben und wenn ihr solche Geräte kauft, checkt das vorher. Ich denke nicht, dass hier böse Absicht hinter gesteckt hat, weiß es aber nicht. Natürlich sind alle Daten, Programme, usw. unwiderruflich gelöscht. Wohl dem, der ein Backup hat.

Testaufgaben nach einem Bewerbungsgespräch

Ich habe jetzt länger überlegt, ob ich darüber überhaupt bloggen möchte. Ich mache es doch einmal, denn es gab für mich etwas sehr interessantes und es ist schon eine ganze Weile her.

Ich war auf Jobsuche, schrieb hier und da eine Bewerbung. Dann hatte ich ein Vorstellungsgespräch und der Herr am anderen Ende der Telefonleitung meinte, es könnte passen. Nachdem er über meine Konditionen nachdachte und das mit der Geschäftsleitung durchsprach, bekam ich einen Anruf, dass diese passen würden, die Firma aber eine Testaufgabe für mich hätte. Darum soll es hier gehen, nämlich um diese eine Testaufgabe und um Testaufgaben im Allgemeinen.

Nachdem wir den Techstack abgeklärt hatten und es darum um PHP und Symfony ging und ich auch sagte, dass ich von beidem keine Ahnung habe (PHP habe ich das letzte Mal vor 20 Jahren gemacht), wurde mir versichert, dass vor dem persönlichen Kennenlernen nur noch eine einfache Testaufgabe zu meistern wäre, nämlich die Umsetzung eines Kontonummer-Bankleitzahlen-IBAN-Konverters. Ich sagte: kein Problem, das musste ich auch schon in einem echten Projekt vor einigen Jahren machen, er soll mir die Aufgabe zukommen lassen. Kurze Zeit später war dann das Dokument mit der Testaufgabe da. Fünf vollgeschriebene DinA4-Seiten. Dabei ging es nicht um die Entwicklung eines Konverters, sondern um ein gesamtes Projekt mit etlichen Zwischenstationen.

Ich sollte mich erst einmal in PHP 8.1 einarbeiten. Danach in Symfony 6.1. Um beides richtig zu machen, würde ich schon keine Stunden mehr veranschlagen, sondern eher einige Tage bishin zu wenigen Wochen. Eine Programmiersprache lerne ich zwar schnell, vor allem PHP, bei der ich nicht einmal von ganz vorne einsteigen müsste, dann aber noch ein komplexes Framework, das ist Aufwand.

Zusätzlich dazu sollte ein Login-Verfahren entwickelt werden und eine dazugehörige Website mit Datenbankanbindung (MySQL oder MariaDB). In der Datenbank sollten die bereits zuvor konvertierten Daten tabellarisch dargestellt werden. Jeder Aufruf sollte einen Zähler inkrementieren.

Weiterhin sollten die Daten dann als JSON exportiert werden können.

Dazu gehörte dann die Installation und Konfiguration von Debian 11, die Installation der benötigten Software (spezielle PHP-Version, nicht in APT drin, MySQL oder MariaDB, Symfony und Apache oder NGINX).

Das war der technische Part. Dazu kam dann ein Benutzerhandbuch für den Konverter über Funktionalität und Bedienung. Dann noch eine Dokumentation für das gesamte Deployment durch einen Laien (Installation und Konfiguration Betriebssystem, Installation und Konfiguration Webserver, Installation und Konfiguration Datenbankserver, Installation und Konfiguration PHP, Installation und Konfiguration von Symfony – durch einen Laien!).

Weiterhin sollte das Projekt vorher komplett durchgeplant werden, vermute mit Pflichenheft, war nicht genauer beschrieben und es sollten auch Tests (Unit-Tests, händische Tests) durchgeführt und dokumentiert werden.

Versteht mich bitte nicht falsch: Das alles kann ich, aber rein realistisch, wenn man es vernünftig macht, ist das ein Projekt, das man nicht in einigen Stunden hinbringt, selbst, wenn man PHP und Symfony auf hohem Level beherrscht. Schon alleine am Pflichtenheft schreibt man eine Weile, das Benutzerhandbuch rotzt man auch nicht einfach runter…

Ich lehnte den Job dann mit Begründung ab. Eine Antwort darauf erhielt ich nie.